Schäden an Pflanzen

Sehr häufig werden wir gefragt, warum eine Pflanze schlecht wächst, gelbe oder trockene Blätter bekommt oder von wem sie angefressen wurde.

Im Garten herrscht eine große Konkurrenz um Nahrung. Wühlmäuse, Käferlarven und Wurzelnematoden fressen die Wurzeln, an Trieben und Blättern kauen genüßlich Raupen, Käfer und Schnecken. Auch Pilze dringen ins Pflanzengewebe und lassen die Pflanzen im schlimmsten Falle absterben. Sogar Viren verbreiten sich über ihre Pflanzenwirte und sorgen für unerwünschtes Aussehen bis zum Tod der Wirtspflanze.

Gegen einige Krankheiten kann man wenig tun, anderen kann durch gezielte Resistenzzucht (z.B. Mehltau bei Stachelbeeren) ausgewichen werden. Ist die Pflanze am richtigen Standort im richtigen Boden, ist sie mit Wasser und Nährstoffen gut versorgt, sinkt die Chance, dass sie Krankheiten nicht übersteht. Schäden an einheimischen Sträuchern, wie zum Beispiel die Pfaffenhütchengespinstmotte an Euonymus europaeus zeigen uns die gegenseitige Anpassung von Wirtspflanze und ‚Schädling‘. Zunächst wird der Strauch fast komplett kahl gefressen, treibt aber Ende Juni wieder neue Blätter und wird im Wachstum kaum eingeschränkt. Die geschlüpften Nachtfalter dienen z.B. Fledermäusen als Nahrung. Pilzkrankheiten wie z.B. Blattbräune an Quitten kann durch Schnitt begegnet werden: die Krone des Baumes sollte locker und luftig sein.

In Neubaugebieten und den dortigen neu angelegten Gärten gibt es oft das Problem der Bodenverdichtung. Durch die vielen schweren Baufahrzeuge kann der Boden so stark verdichtet sein, dass selbst ein Gehölz es nicht schafft, die Wurzeln wachsen zu lassen.

Manchmal sind die sich einrollenden, trockenen gelben Blätter jedoch selbst verursacht: wer denkt schon beim Rasendüngen mit Unkrautvernichter daran, dass dieser Unkrautvernichter auch in die Beete und an die Wurzeln der eigentlich erwünschten Gewächse gelangt.

Neuerdings ist es in Mode gekommen, Unkrautvlies großflächig zu benutzen. Wir haben in letzter Zeit häufig mit Trockenschäden zu tun, die durch dieses Vlies verursacht wurden. Direkt am Pflanzloch steht das Vlies etwas höher und lässt das Wasser prima von der Pflanze weg ablaufen.

Das Mulchen mit Rindenmulch macht nur zwischen Gehölzen Sinn. Mulch in Staudenpflanzungen verhindert nicht nur das Wachstum von unerwünschten Kräutern sondern eben auch das der erwünschten Pflanzen. Wird zwischen Gehölzen Mulch aufgebracht, müssen in jedem Fall vorher ca. 50 – 100g/m² Hornspäne eingearbeitet werden, da Rindenmulch bei der Zersetzung Stickstoff zehrt, der dann den Pflanzen fehlt.

Galle von Rosengallwespe
Galle der Rosengallwespe