Was ist zu tun in der Bioland-Baumschule?

Wir arbeiten nach den Bioland-Richtlinien und fördern so gesunde und widerstandsfähige Pflanzen. Ca. 80% des Sortiments stammt aus unserem eigenen Anbau auf den Flächen der Baumschule.

Warum finden Sie dann in der Baumschule auch Pflanzen aus konventionellem Anbau?

Nicht alle Pflanzen können wir selber ziehen, einige Jungpflanzen bekommen wir nicht aus Bioland-Anbau. Um ein möglichst umfangreiches Sortiment vorzuhalten, müssen wir also auch konventionelle Ware zukaufen. Es gibt in Deutschland nur wenige Bioland-Baumschulen, so dass wir beim Zukauf auf Regionalität Wert legen. Wir möchten weite Wege im Sinne des Umweltschutzes möglichst vermeiden. Die Herkunft jeder Pflanze ist nachvollziehbar und wir informieren Sie gerne darüber.

Anhand der Etikettierung sind die Herkünfte nachvollziehbar:

Bioland-Ware: grünes Schlaufen – oder Bioland-Etikett

konventionelle Ware: weißes Schlaufenetikett

das sind zugekaufte Pflanzen aus konventionellem Anbau, hier aus der Region oder aus Norddeutschland

Bio-U-Ware: blaues Schlaufenetikett

zugekaufte konventionelle Pflanzen, die mindestens 1 Jahr in unserer Kultur sind. Nach 3 Jahren gelten sie als Bioland-Ware.

Die Vermehrung der Pflanzen erfolgt über Aussaat, Stecklingsanzucht und Veredelung.

Am Beispiel von Cornus mas ‚Jolico‘ zeigen wir einmal den Werdegang der Pflanze von der Aussaat bis zur verkaufsfähigen Kornelkirsche:

Im September werden die Früchte von Cornus mas geerntet und ausgesät. Bis zur Keimung vergehen 1,5 Jahre. Im darauf  folgenden Jahr, also 2,5 Jahre nach der Samenernte sind die Sämlinge so groß, daß auf ihnen veredelt werden kann.

Nach einem weiteren Jahr ist die Edelsorte fest auf der Unterlage angewachsen, die Zweige der Unterlage werden entfernt und die Pflanze ist verkaufsfertig.

Die Flächen müssen von Unkraut befreit werden, damit sich Sträucher und Bäume optimal entwickeln. Wo der Trecker nicht hinkommt, weil die Reihenabstände zu eng sind, arbeiten wir mit dem Pferd. Bei trockener Wetterlage wird gegrubbert, so liegen die Wurzeln der Unkräuter blos und vertrocknen, bei feuchtem Wetter wird angehäufelt, so werden die unerwünschten Pflanzen zugedeckt.

Als Dünger verwenden wir auf abgeernteten Flächen Gründüngung und Kompost aus der Baumschule, in den Reihen im 2. und 3. Standjahr Hornspäne und Haarmehlpellets als Nachdüngung.

Zahlreiche Nistkästen in der Baumschule fördern den Vogelreichtum, die ihrerseits wieder Schädlinge fressen. Bis vor einigen Jahren liefen Zwerghühner frei in der Baumschule herum, die viele Käferlarven aus dem Boden scharrten. Leider ist das Arbeitspferd Nico gegen Hühner allergisch und deshalb mussten sie abgeschafft werden.

Das Ein- und Umpflanzen, bzw. auch das Umstechen der Ballen zur Förderung der Feinwurzelwachstums gehören wie das Roden verkaufsfähiger Sträucher im Herbst zu den alljährlichen Arbeiten.

Für den Verkauf werden dann z.B. Heckenpflanzen zurückgeschnitten, gebündelt und auf der Verkaufsfläche eingeschlagen.

Containerpflanzen, die das ganze Jahr über gepflanzt werden können, müssen ge- oder umgetopft werden.

An heißen Tagen besteht die Hauptarbeit im Bewässern der Kulturen, das Wasser kommt aus dem baumschuleigenen Brunnen.

Die Hecken auf dem Baumschulgelände werden regelmäßig geschnitten, damit sie dicht bleiben und als Wind- und Vogelschutzgehölze ihre Funktion behalten.

Aber auch in den Kulturen ist ein regelmässiger Rückschnitt von Hand förderlich für die gute Verzweigung der zukünftigen Heckenpflanzen.


Auch die großen Hofeichen, die zahlreichen Tieren Schutz und Nahrungsgrundlage bieten und zudem im Sommer für angenehmen Schatten sorgen, mussen regelmäßig gepflegt und von totem oder schwachem Holz befreit werden.

Und, immer wieder zwischendurch, verschönern und reparieren wir in der Baumschule.